|
|
Informtaionen über Afrikanische Kunst
Das zentrale Thema bei der traditionellen afrikanischen Kunst ist das Bild des Menschen und Tierdarstellungen. Kaum bekannt sind Landschaftsbilder oder Stilleben. Es ist nicht nur ein einfaches Nachbilden der Wirklichkeit, es geht um Interpretation und Erkenntnis, die vor allem an Traditionen gebunden ist. Die große afrikanische Kunst ist die Plastik.
Der Mensch will Ordnung ins Chaos bringen und wissen, weshalb bestimmte Dinge im Leben geschehen. Die Aussicht auf eine verborgene Gottheit ist ansprechend. Der Mensch erlangt durch die Besänftigung Gottes oder der Götter mittels Gebet, Opfer, usw. ein wenig Kontrolle.
Für Stammesvölker sind Sterne, Wetter oder tierisches Leben bedeutungsvolle Kräfte des Lebens. Auch die Toten spielen eine große Rolle. Alles Leben ist Religion. Die religiöse Szene in Afrika ist komplex. Es gibt tausende Stämme mit verschiedenen Sprachen und Glaubensvorstellungen. Die religiöse Tradition ist die Mündliche, es gibt keine Essays oder schriftliche Aufzeichnungen. Es scheint aber, dass die meisten Stämme ein höchstes Wesen anerkennen, obwohl dieses nicht unbedingt in menschliche Angelegenheiten verwickelt ist.
Naturgeister oder Ahnen spielen in der Kommunikation mit den Stämmen eine große Rolle. Ihnen bringt man Opfer, zu ihnen kann man beten. Diverse Amulette, die mit magischen Kräften ausgestattet sind, werden häufig als Schutz gegen böse Geister und Krankheit getragen.
Die Religion der afrikanischen Stämme ist darin typisch für Naturreligionen, dass ihre Anhänger an den Ritualen ihrer Ahnen festhalten, um einem vertrauten Pfad zu folgen, auf dem sie einen Anteil an der Kraft einer Welt von Mächten erhalten, die außerhalb ihrer Kontrolle sind. Man fürchtet sich vor Hexerei, trotzdem suchen die Menschen für ihre Absichten oft die Hilfe von Hexenmeistern. Hausa-Stoffe z.B. werden seit Jahrhunderten in Westafrika gehandelt - die besonderen Stoffmuster besitzen Eigenschaften, die den Träger gegen Hexerei schützen.
Das Tragen von Masken bei Ritualen ist ein Teil der afrikanischen, aber auch indigenen nordamerikanischen und polynesischen Religionen. Die rituellen Masken werden of im Verborgenen, unter heiligen Gesängen hergestellt. Trägt man sie, so sollen sie den Charakter eines Geistes annehmen, der der Gemeinschaft seine Kraft verleiht. Wie Höhlenmalerei zeigt, trug man schon in prähistorischen Zeiten Masken. Masken werden beim Erzählen von Mythen und Legenden verwendet, beim Heilen, beim Ackerbau oder Jagen, bei Begräbnissen oder Initiationszeremonien. Vor dem Anlegen (auch der Maskengewänder) konzentriert sich der Träger auf ihre Macht. Nachdem man sie benutzt hat, werden die Masken mit großer Sorgfalt aufbewahrt oder eventuell auch verbrannt.
Von allen Kontinenten besitzt Afrika die größte kulturelle Vielfalt. Sie sind beinahe zu zahlreich, als dass sie alle beschrieben werden könnten. Die ersten Staatengesellschaften entstanden in Afrika und Eurasien vor etwa 5000 Jahren. Während eines großen Teil der Zeit zwischen 3000 vor und 1500 nach Christus lebten die Afrikaner in kleinen, zwanglos organisierten politischen Gemeinschaften. Jede Gemeinschaft besaß ihre eigene Regierungsform, die den allgemein akzeptierten Gesetzten Nachdruck verlieh. In manchen Gemeinschaften lag die Macht in Händen von Geheimbünden. Ihnen wurden geheime, übernatürliche Kenntnisse zugeschrieben. Die Entscheidungsträger verbargen sich hinter Körpermasken, die ihnen übernatürliche Urteilsmacht verliehen. Auch Frauen hatten ihre eigenen mächtigen Gesellschaften mit eigenem Geheimwissen.
Könige und Privatleute konnten wohl reich werden, diese standen jedoch immer unter starkem Zwang, ihren Wohlstand zu teilen. Man achtete darauf, die Entstehung von Klassen durch Anhäufung von privatem Reichtum zu unterbinden.
Diese losen, flexiblen politischen Strukturen waren imstande zahlreiche Menschen zusammenzuhalten. Nach Schätzungen aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts lebten damals allein in Westafrika 35 Millionen Menschen. Es wäre daher unangebracht, diese Gemeinschaften als primitiv oder rückständig einzustufen.
Gesetz und Brauchtum erhielten ihre übernatürliche Legitimation durch Hinweis auf eine äußere Kraft oder einen Geist, der bei einer optischen Präsentation übermächtig zu sein schien und sich scheinbar menschlicher Kontrolle entzog. In modernen Staaten werden die Bürger der Regierungen durch Überwachungstechniken wie Personalausweis, amtliche Dokumente und Volkszählungen zugänglich gemacht. In dem traditionellen afrikanischen Staat dagegen beschworen die Herrscher die Loyalität ihrer Untertanen allein durch die erschreckende Vorstellung ihrer Macht, die sie verkörperten und ausstrahlten. Durch Zeremonien, Gesänge und Tänze wurden aber auch neue Gesetze vermittelt diese Zeremonien dienten also auch der politischen Kontrolle.
Am Verlust zahlloser Traditionen haben die Kolonisatoren und Missionare der letzten Jahrhunderte mitschuld. Vom eigenen Wert felsenfest überzeugt, duldeten sie keine anderen Glaubensvorstellungen neben den eigenen, besonders nicht die als minderwertig angesehenen Kulturen. Über lange Zeit war das Bild der europäischen Sieder über Menschen, die nicht der westlichen Kultur angehörten, von der festen Überzeugung geprägt, dass die westliche Kultur den Gipfel der Menscheitsentwicklung darstelle. Die Weltgeschichte ist aber auch das Ergebnis tausender Kulturformen, die miteinander in Kontakt kommen und einander beeinflussen.
Abidjan an der Elfenbeinküste war und ist eine Drehscheibe afrikanischer Kunst. Eine Vermarktung von völkerkundlichen Objekten beginnt bereits im 16. Jahrhundert. Waren es anfänglich europäische Museen, die in großer Zahl Masken und Figuren als kunsthistorisches Dokumentationsmaterial oder als Trophäen sammelten, so verstärkte sich bald das Interesse an afrikanischer Kunst vor allem in den Kreisen der Avantgarde. Als eigentlichen Entdecker in diesem Zusammenhang können Künstler wie Derain, Picasso, Vlaminck oder Matisse stellvertretend für viele andere genannt werden.
Bis heute ist die Aufnahme der afrikanischen Kunst im Westen afrikanische Kunst ist inzwischen als große Kunst anerkannt zum Teil von Unverständnis gekennzeichnet. Die Formgebungen erscheinen oft als grotesk oder zügellos. Die Unsicherheit zeigt sich auch bei Fragen über kultische Objekte, wobei hier unterschiedliche Antworten zu diesen Fragen natürlich sind. Kunstwissenschaftlich wurden bis zu 200 verschiedene afrikanische Stilprovinzen gezählt. Trotz aller Unterschiede gibt es immer wieder gemeinsame Züge.
Durch den großen exotischen Dekorationswert des afrikanischen Kunsthandwerks sind die Werke bei jungen Sammlern und auch bei künstlerisch Interessierten sehr beliebt.
|